Maschinenbau, Metallverarbeitung, Kunststoff und Automobil-Zulieferer – der deutsche Mittelstand ist auditpflichtig. Ab 7,5 GWh ist ISO 50001 Pflicht, auch für KMU. Der Referentenentwurf plant diese Grenze auf 23,6 GWh anzuheben – bis dahin gelten die aktuellen Schwellen.
Der deutsche Fertigungssektor – Maschinenbau, Metallindustrie, Kunststoffverarbeitung, Fahrzeugbau – ist eine der Hauptzielgruppen der deutschen Energieaudit-Gesetzgebung. Charakteristisch: kombinierter Gas- und Stromverbrauch für Prozesswärme, Druckluft und Antriebe.
Die drei Pflichtstufen im Fertigungskontext:
Viele Mittelständler liegen zwischen 2,5 und 7,5 GWh – hier gilt die Umsetzungsplan-Pflicht, aber noch keine ISO-50001-Pflicht. Das Einzelaudit nach DIN EN 16247 ist hier wirtschaftlich sinnvoller.
In Fertigungsbetrieben entfallen im Durchschnitt 20 bis 30 Prozent des Stromverbrauchs auf Druckluft. Typische Verluste:
Ein Energieaudit quantifiziert das Druckluft-Einsparpotenzial und bewertet die Wirtschaftlichkeit einer Lecksuche und Druckniveauoptimierung.
Für Fertigungsunternehmen zwischen 2,5 und 7,5 GWh ist das Einzelaudit die wirtschaftlichere Wahl:
Ab 7,5 GWh ist ISO 50001 Pflicht – dann rechnet sich die Entscheidung anders: Was kann als äquivalent anerkannt werden? Haben Sie TISAX, EMAS oder andere Systeme? Effivera hilft bei der Gap-Analyse.
Referentenentwurf: Anhebung des ISO-50001-Schwellenwerts auf 23,6 GWh (= 10 TJ) geplant – noch nicht in Kraft. Unternehmen zwischen 7,5 und 23,6 GWh sollten die Gesetzgebung beobachten, aber die aktuelle Pflicht erfüllen.
Fertigungssubsektoren: typischer Verbrauch
Basis: Destatis und BAFA-Branchendaten
| Sektor | Typischer Verbrauch | Pflichtstufe |
|---|---|---|
| Maschinenbauer (mittel) | 1.500–8.000 MWh + 100.000 m³ Gas | Umsetzungsplan + EDL-G |
| Metallverarbeitung | 2.000–12.000 MWh + 50.000 m³ Gas | Ab 7,5 GWh ISO 50001 |
| Automobilzulieferer (groß) | 10.000–200.000 MWh | ISO 50001 Pflicht |
| Kunststoffverarbeitung | 500–5.000 MWh + 20.000 m³ Gas | Ggf. EDL-G + Umsetzungsplan |
| Kleines Metallbauunternehmen | 200–500 MWh | Ggf. keine Pflicht |
Inhaltsverzeichnis
Energieaudit 2026: Vollständiger Leitfaden für deutsche Unternehmen
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